Raus in der Verlängerung

Der Pokaltraum ist dieses Jahr bereits in der 3. Runde ausgeträumt. Die knappe Führung hält nicht gegen einen drückenden TSV Schott Mainz, der in der Schlussphase zum Ausgleich kommt und das Spiel in der Verlängerung mit 3:1 für sich entscheidet.

Spielbericht

Wormatia-Coach Artur Lemm hatte auf ein Spiel auf Augenhöhe gehofft und etwa eine Stunde lang war es das auch. Er schickte dazu eine etwas weniger offensiv besetzte Formation auf den Platz. Belel Meslem fehlte verhindert, Isaac Okwubor nahm zunächst auf der Bank Platz. Dafür war Nathan Büker wieder dabei und Aziz Alagi gab sein Startelfdebüt.

Die 650 Zuschauer, davon rund 250 aus Worms, sahen in der Anfangsviertelstunde bereits fünf Torchancen. Bei den Abschlüssen von Justin Barry (7.), Aziz Alagi (10.) und Nicolas Obas (11.) war Schott-Torwart Balters zur Stelle. Auf der Gegenseite war Luca Pedretti machtlos, als ein blitzsauberer schneller Konter am Außenpfosten landete (8.) und dann El Mahaoui im Fallen knapp am Tor vorbeischob (11.). Im weiteren Verlauf der 1. Halbzeit ließen beide Defensiven dann nicht mehr viel zu und es ging torlos in die Pause. Dies allerdings nicht ganz friedlich, sondern noch mit Wortgefechten auf dem Platz. Grund war ein Kontakt zwischen Laurenz Graf und Schwarz kurz vor dem Halbzeitpfiff, den man durchaus auch als Nachtreten des Mainzers hätte werten können. Der Schiedsrichter ließ es ebenso laufen wie den robusten Einsatz im Strafraum-Luftkampf gegen Graf ein paar Minuten davor.

Die Wormaten starteten optimal in den zweiten Durchgang. Nico Jägers Hereingabe fand den nach einer halben Stunde für Nicolas Obas (muskuläre Probleme) eingewechselten Isaac Okwubor und der traf technisch überlegt zur Führung (49.). Ein Treffer, der wie ein Wachmacher für die Gastgeber wirkte. Gerade hatte Pedretti gegen El Mahaoui pariert (62.), da zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Etwas zögerlich hatte Raphael Akoto versucht, mit einem Befreiungsschlag zu klären, sodass Zeghli von hinten noch seinen Fuß dazwischenmogeln konnte und prompt statt dem Ball getroffen wurde. Den fälligen Elfer knallte El Mahaoui an die Latte (63.).

Nun wuchs der Druck der Mainzer, statt der Latte rettete zunächst ein Abseitspfiff nach einem Konter die Führung (67.) – nach Ansicht der Aufzeichnung eher ein regulärer Treffer. Mit schnellem Umschaltspiel und zielstrebigen Kontern, kraftvoll angetrieben von Kapitän Mairose, wurde es immer gefährlich. Mit einer Eckballserie setzten sich die Gastgeber in der Wormatia-Hälfte fest, es gab kaum noch Entlastungsangriffe. Einer gelang, Barry scheiterte an der Fußabwehr von Balters (73.). Im direkten Gegenzug rollte wieder ein Konter, den Itoi verstolperte. Mit viel Leidenschaft verteidigten die Wormaten die hauchdünne Führung, doch irgendwann kam eine gute Flanke durch und Just köpfte zum Ausgleich ein (84.).

Die Mainzer erhöhten den Druck nun noch weiter und wollten das Spiel in der regulären Spielzeit für sich entscheiden. Es war mehreren Pedretti-Glanzparaden zu verdanken, dass sich die Wormaten in die Verlängerung retten konnten.

Diese begann mit einem Blackout der Flutlichter wegen einer rausgeflogenen Sicherung, was das Spiel für rund acht Minuten unterbrach. Als es weiterging, blieben die Mainzer im Vorwärtsgang. In der 105. Minute nutzten sie Abstimmungsprobleme zwischen Pedretti und Kaan Özkaya gnadenlos aus. Pedretti wollte den Ball aufnehmen, der prallte dabei an El Mahaoui ab und dieser schob ins leere Tor. Ein VAR hätte den Treffer zurückgenommen, denn der Torschütze hinterließ bei der Aktion einen Stollenabdruck auf Pedrettis Oberschenkel und war zusätzlich mit der Hand am Ball. Nichtsdestotrotz war die Führung natürlich alles andere als unverdient für die schlicht und einfach überlegenen Gastgeber.

Als Akoto drei Minuten später für ein Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah, schwanden die Hoffnungen auf ein Comeback. Und dennoch wäre fast der Ausgleich gelungen, der eingewechselte Ufuk Kömesögütlü verlängerte einen Freistoß an den Pfosten (105.+7). Beim Seitenwechsel zückte der Schiri die Rote Karte für den Mainzer Trainer Sascha Meeth, der sich zu sehr über den Halbzeitpfiff mitten in einer Kontermöglichkeit ärgerte. Einen solchen Konter vergab Rudi zunächst zur Entscheidung (111.), in doppelter Überzahl (Zeitstrafe für Tom Fladung) machte er dann mit dem 3:1 doch alles klar (117.).

Nach großem Kampf ist der Traum vom Pokalsieg nun also bereits in der 3. Runde vorbei. Der TSV zeigte nach dem Rückstand seine Qualität und war unterm Strich einfach zu stark für eine Wormatia-Mannschaft, die alles versuchte. Der Weg zurück zur Oberligaspitzenmannschaft ist noch weit, aber der ehrliche Applaus der mitgereisten Fans zeigte erneut, dass er bereitwillig mitgegangen wird, weil die Richtung stimmt. Nun setzt er sich in der Liga fort, am Samstag um 14 Uhr beim Heimspiel gegen den SV Auersmacher.

Tore: 0:1 Okwubor (49.), 1:1 Just (84.), 2:1 El Mahaoui (105.), 3:1 Rudi (117.)
Gelb: Messina (77.), El Mahaoui (105.), Ahlbach (105.+6), Just (105.+8) / Vrella (16.), Okwubor (33.), Alagi (54.), Akoto (92.), Fladung (113.)
Zeitstrafe: – / Fladung (113.)
Gelb-Rot: – / Akoto (105.+3)
Rot: Trainer Meeth (105.+9) / –
Zuschauer: 650
Schiedsrichter: Florian Stahl (Stambach)

Aufstellung
Pedretti – Akoto, Vrella, Büker (72. Kömesögütlü) – Graf (87. K. Özkaya), Fladung – Obas (28. Okwubor, 79. Zaatan), M. Özkaya (106. Moore), Alagi – Jäger, Barry. 

WormatiaTV

Südwestpokal-Highlights TSV Schott Mainz vs Wormatia Worms 3:1 n.V. (18.08.2026)

Vorbericht

Am Dienstagabend steigen die Wormaten in den Pokalwettbewerb ein. Das Los erwischte ausgerechnet den dicksten Brocken, Titelverteidiger TSV Schott Mainz. Anpfiff auf der Bezirkssportanlage Mainz-Mombach ist um 19:30 Uhr. WormatiaTV ist vor Ort und streamt live auf YouTube.

Mit bemerkenswerter Konstanz haben die Mainzer sich zum Serien-Pokalsieger entwickelt: 2022, 2023, 2024 und 2026 holten sie den Titel. Dadurch durften sie sich über Auftritte im DFB-Pokal gegen Hannover 96, Borussia Dortmund, SpVgg Greuther Fürth und jetzt am Sonntag Borussia Mönchengladbach freuen.

In der Liga ist der TSV gut gestartet mit Siegen gegen den Ahrweiler BC (3:0), Cosmos Koblenz (4:1) und den FV Engers (3:1). Wegen des DFB-Pokals wurde außerdem das Spiel gegen den FC Emmelshausen-Karbach vorgezogen, es endete am Mittwoch mit 2:2. Zwei englische Wochen direkt vor dem Spiel gegen Gladbach sind nicht gerade optimal, aber mit einem breiten Kader und entsprechender Rotation hat man sich darauf eingestellt.

Artur Lemm hat den Gegner am Wochenende in Engers beobachtet und sah eine Mannschaft mit „unglaublicher Struktur“. Er hofft auf ein Top-Duell auf Augenhöhe und auf die Unterstützung zahlreich mitreisender Fans. Anders als erhofft wird Volkan Rona nicht wieder dabei sein, dessen muskuläre Probleme sich als Muskelfaserriss erwiesen haben.

Die 4. Runde ist bereits ausgelost, der Sieger des Spiels wird am 2. September beim TSV Gau-Odernheim gefordert sein.

Faninfo: Wie üblich auf der BSA Mainz-Mombach erfolgt der Zugang zum Gästeblock über die Erzbergerstraße. Kein Zutritt zum Heimbereich in Wormatia-Fankleidung. Eintrittspreise 8€ und ermäßigt 6€.

Anpfiff: Dienstag, 18.08.2026, 19:30 Uhr
Spielort: Bezirkssportanlage Mainz-Mombach, Erzbergerstraße, 55122 Mainz
Liveticker: fussball.de
Livestream: youtube.com/WormatiaTV

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 Der Kader des Gegners (transfermarkt.de)
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