Nibelungen Kurier: Jetzt erst einmal durchatmen!
14.09.2026Von Marcus Diehl › Nach 97. Minuten war endlich Schluss. Die Wormatia-Spieler waren platt und lagen teilweise auf dem Boden. Der Siegesjubel fiel etwas schwächer aus – sie hatten einfach keine Kraft mehr. Sie hatten alles dafür getan, dass die Fans sie feierten durften.
Es war ein Sonntagmittag, der beste Unterhaltung brachte: Der „Klassiker“ gegen TuS Koblenz ging mit 3:2-(2:0) an den VfR. Nach vier sieglosen Spielen endlich wieder ein Sieg gegen den Dauerrivalen. Co-Trainer Serdar Parlak freute sich: „Es war eine Willensleistung unserer Mannschaft!“
Die Partie war von der ersten Minute an ein Abnutzungskampf – mit einem perfekten Start der Wormatia. Nach zwei Minuten stand es schon 1:0. Ein schnell ausgeführter Einwurf kam zu Nico Jäger und mit viel Übersicht ging sein Zuspiel zu Mert Özkaya, der den Ball unter die Latte knallte. Die Gäste brauchten ein paar Minuten und übernahmen dann immer mehr die Herrschaft auf dem Feld. Teilweise fand zu wenig Entlastung statt, die Bälle gingen zu leicht verloren.
Konstruktiver Angriff
In der 17. Minute rettete Torhüter Luca Pedretti mit einem Super-Reflex gegen Ishak Abdachur den Vorsprung. Mit dem zweiten konstruktiven Angriff fiel der nächste Wormatia-Treffer. Der Schussversuch von Belem Meslem wurde zunächst per Arm abgewehrt, den fälligen Handelfmeter versenkte Mert Özkaya. Sein zweiter Schuss aufs Tor – sein zweiter Treffer.
Nach einer halben Stunde gab es die nächste große Tat von Luca Pedretti. Überragend, wie er seinen Fuß blitzschnell zur Seite riss und den Ball noch abwehren konnte. Wormatia kam ab jetzt besser in der Partie und Koblenz schien etwas geschockt. Bis zur Pause hatte der VfR alles im Griff.
Konterchancen ungenau ausgespielt
Nach dem Pausentee zwang Belel Meslem den Koblenzer Torhüter zu seiner Glanzparade. Die Gäste öffneten früh ihre Deckungsreihe, sich bietende Konterchancen wurde nur zu ungenau ausgespielt. In der 58. Spielminute fiel der Anschlusstreffer: Igor Blagojevic hatte zu viel Platz und traf in die kurze Ecke.
Eins um andere Mal schwamm in der Folgezeit die umgebaute VfR-Defensive. Die beiden Co-Trainer Björn Weisenborn und Serdar Parlak sprachen Mut zu, feuerten ihr Team immer wieder an und die Mannschaft lieferte einen großen Kampf. Jeder gewonnene Ballgewinn oder Zweikampf wurden gefeiert. Die Fans unterstützen ihr Team. Die Gäste wurden von ihrer großen Fanschar nach vorne getrieben, es herrschte eine tolle Atmosphäre in der EWR-Arena. Beide Teams lieferten tollen Fußball hinzu.
In der Schlussviertelstunde war die Spannung fast unerträglich, beste Chancen wurden vom TuS kläglich vergeben. Der Abschluss von Aziz Alagi hatte Potenzial für einen Treffer, aber im letzten Moment kam ein Bein dazwischen. In der 82. Minute schien die Partie entschieden. Nachdem Isaak Okwubor einen Konter an die Latte setzte, traf Nico Jäger im Nachgang zum 3:1. Justin Barry musste eine Minute später den Zwischenstand erhöhen. Im Gegenzug verkürzte der TuS erneut: Die Defensive war nicht im Bilde und Masahiro Fujiwara traf ins obere Eck.
Beide Teams agierten vogelwild, bei jeder Aktion lag ein weiteres Tor in der Luft. Koblenz übertraf sich in seiner Umständlichkeit. Ob es das leere Tor war oder, dass Mendim Crnaveri im letzten Moment retten konnte – die Koblenzer waren am Ende selbst schuld, dass sie ohne einen Punkt nach Hause fahren mussten.
Zusammenhalt, Begeisterung und als Einheit
Nach dem Schlusspfiff mussten Spieler, beide Co-Trainer sowie Trainer Artur Lemm, der auf der Tribüne mehr zittern musste, als ihm lieb war und die begeisterten Fans, erst einmal durchatmen. Mit Zusammenhalt, Begeisterung und als Einheit hatte die Wormatia eine hoch intensive Partie für sich entschieden. „Wir mussten unseren Plan etwas umstellen und dieser ist voll aufgegangen. Das Team war sehr gradlinig und strukturiert. Was uns aber ärgert sind die zwei Gegentore. Da haben wir nur begleitet.“
Am nächsten Sonntag geht es gegen den FC Hertha Wiesbach. Gespielt wird im ProWin Stadion in Eppelborn. Anpfiff ist dort um 15 Uhr
