Nibelungen Kurier: „Der VfR ist wieder da“
09.08.2026Von Marcus Diehl › Abpfiff in der EWR-Arena am Samstagmittag. Aus dem Fanblock schallen die Gesänge: „Der VfR ist wieder da.“ Minutenlanger Applaus bekommen die Spieler, als Belohnung für eine starke Leistung. Der letztjährige Vizemeister, FK Pirmasens, wird mit einem 4:0 (2:0) Sieg nach Hause geschickt.
Keiner der 1.203 Zuschauer verließ frühzeitig die Arena. Begeisterung herrschte überall. Der Auftritt der Mannschaft lässt weiterhin auf eine gut verlaufende Saison hoffen. Es sind ja nicht alleine die positiven Ergebnisse, die eine Euphorie aufkommen lassen. Es ist der Spirit, den jeder Einzelne auf dem Platz lässt.
Gegner lobt Wormatia
Der gegnerische Trainer Daniel Paulus: „Sie haben gewonnen, weil sie heute mehr wollten, intensiver waren und bis zum Exzess gegangen sind.“ Ein größeres Lob kann es fast schon nicht mehr geben. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff versuchten die Gäste noch einen letzten Angriffsversuch. Gegen die drei Offensivkräfte stellten sich neun Akteure der Wormatia. Allein diese Szene zeigt den Willen und die Gier der Mannschaft nach Erfolg, und das nach etlichen abgerissenen Kilometern Laufleistung.
Trainer Artur Lemm: „Ich wünsche mir nur, dass wir weiter so arbeiten, dass wir weiter dranbleiben, denn wir kriegen überhaupt nichts geschenkt. Heute freuen wir uns, ab Montag geht’s Richtung Elversberg.“ Die Mannschaft hat innerhalb weniger Wochen erreicht, dass der Funke in Richtung Tribüne übergesprungen ist. Der Fanblock war so voll wie seit langer Zeit nicht mehr. Fangesänge über die gesamte Spielzeit und die magische Zahl von über 1.000 Zuschauern wurde endlich wieder geknackt.
Frühe Führung hilfreich
Die frühe Führung spielte der Wormatia natürlich in die Karten. Mittelstürmer Laurenz Graf eroberte mit einer Grätsche den Ball. Mit direktem Zuspielen über Tom Fladung und Mert Özkaya kam der Ball zum völlig freien Nico Jäger. Überlegt und abgeklärt setzte er den Ball in die untere Ecke. Pirmasens kam überhaupt nicht in die Partie. Es war ein dominanter Auftritt der Wormatia.
In der 29. Minute das 2:0 durch Mert Özkaya. Eine schlecht abgewehrte Flanke knallte Mert per „Dropkick“ von der Strafraumlinie in den Winkel. Es folgte nun eine schwächere Phase vom VfR. „In dieser Phase hätte das Spiel kippen können“, so Artur Lemm. Allein Luca Pedretti war es zu verdanken, dass keine Gegentore kassiert wurden. Bei drei Großchancen der Gäste war er zur Stelle.
Zwei weitere Tor in zweiter Halbzeit
Die zweite Hälfte startete so, wie die erste beendet worden war. Die Gäste stellten ihr Gefüge anders ein und ließen noch einmal zwei Großchancen liegen. Beim Schuss an den Außenpfosten war etwas Glück dabei und kurz darauf etwas Unvermögen des Gästestürmers, als er völlig frei den Ball nicht traf. Das war es dann aber auch. Die restlichen Versuche gingen weit über das Tor, und was direkt auf das Gehäuse von Luca Pedretti ging, waren dankbare Abschlüsse.
Die Gäste entblößten immer mehr ihre Defensive. Zu zahlreichen Kontern wurde der VfR eingeladen. Viel mehr Tore hätten fallen müssen. Wie sagte Artur Lemm so schön: „Das wäre aber zu Viel des Guten gewesen.“ Tor Nummer drei und vier gehen auf Isaac Okwubor. Gerade eingewechselt ließ er seinen Gegenspieler wie einen Statisten einfach stehen und schloss den Konter zwanzig Meter vor dem Tor schon ab – und traf in das obere rechte Eck. Beim Schlusspunkt profitierte er von der Vorlage von Amir Moore und schob frei vor dem Tor in die linke Ecke.
Nächstes Spiel
Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Nach so einem Glanzpunkt gegen ein Spitzenteam, folgt nun am Freitag um 19.30 Uhr die Partie beim Aufsteiger SV Elversberg II. Mit einem Punkt aus zwei Partie ist der Bundesligaunterbau in die Saison gestartet.
