Nibelungen Kurier: „Unglaublich“ – Fans jubeln über Torreigen

19.04.2026

Von Marcus Diehl › Auf der Tribüne der EWR-Arena gab es am Samstagmittag nur ein Wort – „unglaublich“. Gemeint war die Leistung in der ersten Halbzeit. Seit Monaten warten die Zuschauer auf eine gesteigerte Leistung. Beim 5:0 (4:0) Sieg gegen Arminia Ludwigshafen kam sie zur rechten Zeit. 

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass ein Trainerwechsel bei einigen Spielern etwas bewirken kann. Diese These ist an der Personalie Mert Özkaya auszumachen. Vor einer Woche gegen Dudenhofen ein Schatten seiner selbst und seit Wochen nicht in seiner Form von Saisonbeginn. Gegen Gonsenheim unter der Woche schmorte er neunzig Minuten auf der Bank. Jetzt eine unerwartete Auferstehung. Wenn ihn jemand in diesem Jahr beobachtet hat, ist seine Leistung nicht zu erklären. Björn Weisenborn: „Ich habe ihn nicht von der Verantwortung genommen, ihm aber auch Freiheiten gegeben.“ 

Angriff Attacke
Vom Anpfiff an war zu sehen, dass ein anderer Mert auf dem Platz stand. Jetzt aber alles auf die Wiedergeburt von Mert zu schieben, würde den Rest der Mannschaft nicht gerecht werden.  Die Offensivabteilung hatte endlich wieder auf Attacke umgestellt. Das Angehen der Zweikämpfe oder auch die Laufbereitschaft der gesamten Mannschaft war positiver ausgeprägt. Sie hatte wieder Lust am Fußballspielen. Am Freitagabend hatten die zwei Kapitäne und Björn Weisenborn den Fans in einer Aussprache versprochen, alles in die Waagschale zu werfen, um das Spiel erfolgreich zu bestreiten. Sie haben Wort gehalten. Die Mannschaft bekam dazu die notwendige Unterstützung der Fans.

Graf wieder im Sturmzentrum
Beide Teams verzichteten auf ein Abtasten. Die Gäste versuchten es sehr offensiv anzugehen und hatten auch den ersten gefährlichen Abschluss. Als kluger Schachzug von Interimscoach erwies sich, Laurenz Graf wieder in das Sturmzentrum zu stellen. Kein direktes Duell ging er aus dem Weg, und mit seinen Kopfballablagen konnte er nicht nur zwei Treffer vorbereiten, sondern auch die Defensivreihe der Gäste einige Male auseinanderreißen. So fiel auch der Führungstreffer. Graf gewann im Mittelfeld das Kopfballduell. Nico Jäger mit der Hereingabe zu Mert Özkaya. Mit wiedergewonnenem Selbstvertrauen umkurvte Mert noch den Torhüter und setzte den Ball überlegt ins Netz.

Ampelkarte für die Gäste
Drei Minuten später das wichtige 2:0. Mert Özkaya mit der direkten Weitergabe zu Niklas Meyer und er traf von der Strafraumkante aus. Für die Gästeabwehr ging das alles zu schnell, wie auch bei den weiteren zwei Toren zu sehen war. Beim 3:0 war Nico Jäger nicht aufzuhalten. Beim letzten Tor vor der Pause trieb Moritz Gotthardt den Ball über das ganze Feld und sein Zuspiel verwandelte Mert Özkaya. Mit einer Ampelkarte schwächten sich die Gäste zusätzlich.

Die zweite Hälfte war dann nicht mehr so spektakulär. Angeschlagene Spieler wurden früh aus dem Spiel genommen. Für den passenden Schlusspunkt der Partie sorgte Omar Hashem Sayed aus der U21. Aus spitzem Winkel trifft er mit seinem ersten Oberligator, zum 5:0.

Formsuche hoffentlich beendet
Nach monatelanger Formsuche im Wormatia-Spiel war mit diesem Auftritt nicht zu rechnen. Innerhalb von zwei Tagen kann ein neuer Coach nur über den Kopf an die Spieler gelangen. Björn Weisenborn: „Es geht irgendwann jedem einmal so, dass man will, es aber nicht geht. In unserer Lage ist es eine reine Kopfsache. Ich habe an die Jungs appelliert, so einfach wie möglich, aber dabei gut zu agieren und den nötigen Mut dazu aufzubringen.“  Gästetrainer Ralf Gimmy, sagte in der Pressekonferenz: „Wir konnten nicht verhindern, dass der schlafende Riese – Wormatia Worms – wieder aufgewacht ist.“