Spielbericht
Mit der siegreichen Aufstellung vom Wochenende ging es auf den engen Platz nach Gau-Heppenheim. Schon nach zwei Minuten dann jedoch der Schockmoment: Laurenz Graf und Tom Fladung prallten mit dem Köpfen zusammen und mussten raus – Laurenz mit offenem Nasenbeinbruch, der deutlich mitgenommene Tom mit Platzwunde und schwerer Gehirnerschütterung. Gute Besserung Jungs! Nach achtminütiger Unterbrechung kamen Belel Meslem und Aziz Alagi.
Die Wormaten mussten sich sortieren auf dem ungewohnt kompakten Platz gegen schnell und kraftvoll attackierende Gastgeber. Die erste gute Chance hatte der TSV per Kopf nach einer Ecke (16.). Zahlreiche Einwürfe sorgten für Gefahr, hinten standen die Gastgeber stabil und im Mittelfeld holten sie fast jeden zweiten Ball. Es dauerte eine halbe Stunde, bis der VfR sich richtig ins Spiel gekämpft hatte. Echte Chancen hatte praktisch nur der TSV (35., 40., 44.), Nathan Büker musste einmal für Luca Pedretti retten. Und trotzdem gingen die Wormaten mit der Führung in die Kabine: Mert Özkaya zauberte einen Freistoß in den Giebel (45.+5).
Der 2. Durchgang begann optimal, mit der ersten richtigen Torchance aus dem Spiel heraus erhöhte Belel Meslem auf 0:2 (49.). Spätestens jetzt wurde es bei spärlicher Beleuchtung ein richtig packender Fußballabend mit toller Atmosphäre. Hüben wie drüben wurden Schüsse geblockt, Bälle kompromisslos geklärt und intensive Zweikämpfe geführt. Der TSV drosch lange Bälle Richtung Strafraum und setzte dann nach, holte so viele Einwürfe und Ecken heraus. Schließlich führte ein Standard zum Erfolg, Zundel verlängerte einen Eckball zum Anschlusstreffer (69.)
Nun hatten die Gastgeber Oberwasser und erhöhten den Druck, die Wormaten konnten das Spiel nicht beruhigen und nur für wenig Entlastung sorgen gegen unablässig attackierende Gau-Odernheimer. Knapp war es schon beim Schuss des eingewechselten Koyama (74.), zwei Minuten später war Breitenbruch plötzlich durch und fand in Pedretti seinen Meister. Und dann war es ein Einwurf, der schließlich zum Erfolg führte. Die Wormaten bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Pedretti lenkte einen Schuss mit einer Klasseparade noch an die Latte, aber dann staubte der eingewechselte Schäfer aus dem Gewühl ab zum verdienten Ausgleich (82.).
Die Wormatia kam nochmal zurück. Isaac Okwubor köpfte eine Grünefeld-Flanke am Tor vorbei (87.), dann wurde er von Friedrich gelegt und Gau-Odernheim war nur noch zu zehnt. Der fällige Freistoß wurde kurz gespielt, Mert Özkaya brachte den Ball halbhoch scharf nach innen und ausgerechnet Ex-Wormate Bobby Edet lenkte ihn ins eigene Tor zur erneuten Wormatia-Führung (88.). Es brachen fast alle Dämme, aber das Spiel war noch nicht vorbei. Hoch und weit drosch der TSV unablässig weiter Bälle in den Strafraum, bis Pedretti beim Abfangen behindert wurde und erneut Schäfer zum 3:3 abstaubte (90.+3). Als Pedretti einen schnellen Konter einleiten wollte und umgeschubst wurde, kochten die Emotionen hoch. Altin Vrella revanchierte sich ebenfalls mit einem Schubser und sah dafür glatt Rot, während an die Gastgeber Gelb verteilt wurde. Danach war Schluss und Trainer Artur Lemm holte sich ebenfalls noch eine Rote Karte ab, weil er die Entscheidung gegen Vrella als „Frechheit“ bezeichnete.
Am Ende war es ein gerechtes Ergebnis, wie schon das Eckballverhältnis von 8:1 für Gau-Odernheim erahnen lässt. Zahlreiche mitgereiste Fans hoben den Kampfgeist und die Laufbereitschaft hervor, den ihre Wormaten gezeigt hatten. Das galt aber auch für die Gastgeber, die noch einigen Gästen das Leben schwermachen werden.
Am Sonntag um 16:30 Uhr ist die TuS Koblenz zu Gast in der EWR-Arena.
Tore: 0:1 M. Özkaya (45.+5), 0:2 Meslem (49.), 1:2 Zundel (69.), 2:2 Schäfer (82.), 2:3 Edet (88./Eigentor), 3:3 Schäfer (90.+3)
Gelb: Hahn (45.+5), Friedrich (73.), Edet (90.+6), Schäfer (90.+6) / Pedretti (90.+3)
Gelb-Rot: Friedrich (TSV), wiederholtes Foul (87.)
Rot: Vrella (Wormatia), Unsportlichkeit (90.+6)
Rot: Lemm (Wormatia), Unsportlichkeit (90.+7)
Zuschauer: 476
Schiedsrichter: Luis Herrig (Salmrohr)
Aufstellung
Pedretti – Akoto, Vrella, Büker – Barry, Fladung (9. Alagi), Grünewald, Jäger – M. Özkaya – Graf (9. Meslem), Okwubor.
Vorbericht