Nibelungen Kurier: Die zweite Hälfte hat gepasst
20.07.2026Von Marcus Diehl › Nicht das Gelbe vom Ei war die Leistung der Wormatia auf dem Gelände des TuS Weinsheim am Sonntag – was die erste Hälfte betraf. Was die Mannschaft aber in der zweiten Hälfte ablieferte – und vor allem mit welchem Engagement – konnte sich sehen lassen. Der Coach musste die passenden Worte in der Halbzeitansprache gefunden haben. Aus einem 0:3-Rückstand wurde immerhin noch ein 3:3‑Unentschieden gegen den hessischen Oberligisten FSV Fernwald.
Ohne Durchsetzungskraft
Vom angestrebten Offensivspiel mit speziellem Pressing war in der ersten Hälfte nichts zu sehen. Die Angriffsaktionen erstickten im Keim. Nur einmal durfte sich der Gästetorhüter auszeichnen, als er beim Freistoß von Mert Özkaya zur Stelle war. Ansonsten gab es keine gefährliche Strafraumaktion der Wormatia. Sie war zwar spielbestimmend, aber ohne Durchsetzungskraft. Die Defensivreihe stand sehr hoch und agierte anfällig. In der vierten Spielminute fiel das 0:1. Ein gut getimtes Zuspiel schickte Isaac Abeselom auf Reisen und traf ins lange Eck. Das gleiche Bild gab es beim 0:2. Beim schnellen Spiel der Gäste konnte Luca Pedretti zwar den Ball zuerst abwehren, beim zweiten Versuch von Nicola Jürgens war er jedoch ohne Chance. Beim dritten Gegentor pennte die komplette Defensive. Viel zu einfach konnte Sören Reich eine Handvoll Gegenspieler umkurven und traf mühelos.
180-Grad-Wende
Zu Beginn der zweiten Hälfte tauschte Artur Lemm nicht das Personal. Ob das im Vorlauf geplant war oder eine Strafe, sei dahingestellt. Auf jeden Fall sollte das Team der ersten Hälfte ihre Leistung geraderücken. Das taten sie dann auch. Mit viel Wucht ging es nach dem Wiederanpfiff los, mit Chancen im Minutentakt. Das angepriesene Pressing funktionierte. Mit seiner zweiten Großchance traf Nico Jäger zum 1:3 (51.). Er war auch für den zweiten Treffer (59.) zuständig. Für den Ausgleich sorgte Mert Özkaya per Foulelfmeter (71.). Inzwischen bekamen auch die restlichen Akteure ihre Spielpraxis. Der Siegtreffer lag auch weiterhin in der Luft – fiel aber nicht mehr. Ein Spiel mit zwei Gesichtern.
Härtetest
Am Donnerstag geht es zu Bayern Alzenau um 19 Uhr. Am Samstag kommt der ambitionierte Regionalligist SV Sandhausen zum Stadionfest. Der Anpfiff ist um 14 Uhr. Es wird eine echte Standortbestimmung werden, denn nach einer durchwachsenen Saison strebt der ehemalige Zweitligist die Rückkehr in die dritte Liga an. Der Ligakontrahent der Wormatia, Rot-Weiß Wittlich, unterlag am Wochenende mit 0:10 gegen Sandhausen. Ein Härtetest für das Defensivverhalten der Wormatia.
