Nibelungen Kurier: Drohendes Debakel

10.05.2026

Von Marcus Diehl › Eine Halbzeit zum Vergessen – eine mit Moral. Die Wormatia Anhänger mussten vom Schlimmsten ausgehen, als der Schiri zur zweiten Hälfte anpfiff. Denn was ihre Mannschaft in der ersten Halbzeit auf den Platz brachte, spottete jeder Beschreibung. Ein Rückfall in die schwache Phase vor dem Trainerwechsel. In der Pause stand nur die Frage im Raum: Wie hoch wird das Debakel am Ende werden? Dass am Ende nur eine Niederlage mit 2:3 (0:3) für den VfR Wormatia Worms beim TuS Koblenz kassiert wurde – damit war nicht zu rechnen. 

Schwache erste Halbzeit
Die erste Hälfte absolvierte die Wormatia ohne Zweikämpfe. So kann in der Oberliga aber nichts erreicht werden, schon gar nicht in Koblenz. Dazu kommen die einfachen, individuellen Fehler. Nach 25. Minuten stand es 3:0 für die Gastgeber. Die Defensive der Wormatia war auf die langen Bälle hinter die Kette eingestellt. Sie standen nicht sehr hoch und trotzdem hatten sie ihre Probleme damit. Wie beim Führungstreffer. Beim langen Ball auf Blagojevic stand Luca Baderschneider nicht optimal und traf, trotz eines langen Beines, den Ball nicht. Der Koblenzer konnte Tobias Edinger noch umkurven und versenkte den Ball im Netz. 
Gleiches Muster beim nächsten Treffer. Diesmal war es Amir Moore, der patzte. Er konnte sich nur noch mit einem Foul helfen. Den Elfmeter verwandelte der gefoulte Vyrvch sicher. Das dritte Gegentor leitete Moritz Gotthardt mit einem simplen Fehlpass selber ein. Dann ging es zu schnell für die Abwehrreihe. Sie standen Spalier für die Koblenzer. Ein ganz schwaches Zweikampfverhalten. Tchadjei musste den Ball nur noch einschieben. Trainer Björn Weisenborn reagierte. „Das Ziel bis zur Pause war, kein weiteres Gegentor zu kassieren.“ Innerhalb der Mannschaft wurde rotiert. Laurenz Graf wieder in der Innenverteidigung und bildete mit Tom Fladung und Luca Baderschneider eine Dreierkette, die mit Moritz Gotthardt und Niklas Mayer zur Fünferkette wurde. Amir Moore ging in die Sturmmitte und Jabez Makanda auf die Sechs. 

Belebende Youngsters 
In der Pause war die Ansprache etwas kräftiger und der Coach wechselte dreimal das Personal. Die Youngsters sollten es richten. Hashem Sayed, Ralda Oliveira und Vasileios Siontis kamen für die indisponierten Özkaya-Brüder und Luca Baderschneider. Schon in den ersten Minuten war zu erkennen, das eine ganz andere Truppe auf dem Platz stand. Es war wieder Leben im Spiel, die Zweikämpfe wurden endlich angenommen – sie wehrten sich. Es wurde nicht alles Gold dabei – sie agierten jetzt mit viel mehr Leidenschaft. Nachdem Nico Jäger zweimal am Torhüter gescheitert war, stand es plötzlich nur noch 2:3. Nach einem guten Zusammenspiel mit Hashem Sayed traf Moritz Gotthardt. Wenige Minuten später köpfte Amir Moore zum Anschlusstreffer. Koblenz hatte zwar noch gute Möglichkeiten, das Ergebnis wieder zu erhöhen, doch die Wormatia kämpfte um den Ausgleich. Auch die Gelb-Rote Karte für Tom Fladung war nicht zu spüren. In der Nachspielzeit hätte der Lucky Punch kommen können. Zuerst flog Laurenz Graf ganz knapp am Ball vorbei und im Nachgang rettete der Torhüter bei einem Abschluss von Niklas Mayer den verdienten Sieg für die Gastgeber. Trainer Björn Weisenborn: „Die erste Hälfte haben wir verpennt. Umso besser, was die Jungs danach auf den Platz gebracht haben. Über die Leistung und Einstellung einiger Spieler in der ersten Hälfte muss geredet werden. Da kommen einige Fragezeichen auf. Erfreulich, dass gerade die Youngsters für erfrischende Belebung sorgen konnten. Dazu die gute Moral und jeder konnte sehen, dass eine Mannschaft mit Herz auf dem Platz steht – nach dem Pausentee.“