Nibelungen Kurier: Der VfR darf auch einmal Glück haben
03.05.2026Von Marcus Diehl › Der VfR Wormatia Worms feierte am Samstag einen glücklichen Heimsieg. Glücklich, weil der Treffer in der Nachspielzeit gefallen ist. Verdient ist er allemal. Interimscoach Björn Weisenborn feierte mit einem 1:0 (0:0) gegen die Spfr Eisbachtal, den zweiten Heimsieg in Folge. Nach einem Eckball trifft Niklas Meyer mit einem Kopfball an den Innenpfosten und danach springt der Ball über die Linie. Endlich hatten sie das Glück auf ihrer Seite. Was in den letzten Wochen und Monaten, manchmal gefehlt hatte. Das Glück hat auch nur der Tüchtige.
Die Partie war jetzt nicht das Offensivfeuerwerk wie gegen die Arminia. Sicheres agieren, aus einer stabilen defensive heraus, was der Slogan. Ähnlich dachten auch die Gäste. Obwohl sie mit einigen positiven Aspekten aus den letzten Wochen, eigentlich mit viel Selbstvertrauen angereist waren. Die Taktik bestimmte die Partie. Björn Weisenborn: „Bei unseren Personalproblemen, am Freitag waren gerade zwölf Spieler im Training, und bei unserer Situation, war die erste Prämisse kein Gegentor zu fangen.“ Der Fokus lag zuerst auf der Defensivarbeit. Es war nicht attraktiv anzusehen – es ging letztendlich erfolgreich zu sein, egal wie.
Youngsters spielten
Der Blick auf die Aufstellung machte die Personalprobleme deutlich. Sogar Co-Trainer Stefano Maier, hätte zum Einsatz kommen können. Die Youngsters Felipe Ralda de Oliveira, Lional Gitau und Joshua Correa, wurden in die A-Jugend befördert, um gegen den Abstieg, wichtige Punkte zu sammeln. Im Tor stand mit Ian Wiedemann ein 18-Jähriger. Der seine Sache sehr gut machte. „Für sein Alter hat er sehr ruhig agiert, was uns Sicherheit gegeben hat. In so einem Stadion, mit den vielen Zuschauer, keine Selbstverständlichkeit“, lobte der Coach seinen Debütanten. Für die nächste Saison ist Ian, als dritter Torhüter in der Oberliga vorgesehen. Gleich bei seiner ersten gefährlichen Situation konnte er mit einem Reflex gegen den durchgebrochenen Kahles, sich auszeichnen. Bei zwei Pfostenschüssen hatte er auch das Glück. Vor allem beim zweiten Versuch, als der Ball nach dem Pfosten an seinen Rücken prallte und knapp ins Toraus trudelte.
Lediglich Mert Özkaya gefährlich
In der ersten Hälfte war nur Mert Özkaya in der gegnerischen Hälfte gefährlich. In der 10. Minute konnte er sich nicht entscheiden, welcher Abschluss er nehmen soll – Ball wurde noch rechtzeitig geklärt. Bei einem Freistoß zwang er den Torhüter zu einer Flugeinlage. In der 43. Minute wäre der Volleyschuss von Mert Özkaya im Netz gelandet. Doch David Arnold lenkt den Ball mit den Fingern an die Latte.
In der zweiten Hälfte wurde der VFR spielbestimmender, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Es wurden mehr Torchancen herausgespielt. Die beiden Kapitäne hatten die besten Chancen auf dem Fuß. Gleich drei versuche hatte Tom Fladung. Einmal zu hoch gezielt, einmal war ein Gegenspieler im Weg und beim dritten Mal die Unterkante der Latte. Das Stadion hatte den Torschrei in der 70. Minute auf den Lippen. Eine mustergültige Hereingabe setzte Laurenz Graf, völlig Blank vor dem Tor, am rechten Pfosten vorbei.
Es entwickelte sich ein typisches, torloses Unentschieden. Wer einen Fehler macht, wird das Spiel verlieren. Diesen Fehler machten die Gäste, bei der Entstehung der Ecke. Zwar setzte Hashem Sayed dem Ball hinterher – die Situation hätten sie aber mit mehr Cleverness, besser klären können. Am Ende drei wichtige Zähler, mit dem das Abstiegsgespenst vertrieben sein dürfte.
Am Freitag gegen Koblenz
Am Freitag steht das schwere Auswärtsspiel bei TuS Koblenz 19.30 Uhr auf dem Spielplan. Eine sehr schwere oder fast unmögliche Aufgabe für den VFR. Wenn die Personalprobleme so bleiben. Neu hinzugekommen ist Leo Klein, der verletzt ausgewechselt werden musste.
