04.12.2017 12:00 Kategorie: Aktuell, Startseite, Jugend
Von: Redaktion

„Man kann hier viel erreichen!“


Sascha Löcher, Trainer unseres U15-Regionalligateams und Sportlicher Leiter im Aufbaubereich, gibt im ersten Teil eines ausführlichen Interviews Antworten auf Fragen zu seiner Arbeit als Trainer.

Seit Oktober 2016 ist Sascha Löcher als Trainer im Jugendbereich der Wormatia aktiv. Mit Beginn der Saison 2017/2018 übernahm er das Regionalligateam der U15 und zudem das Amt als Sportlicher Leiter des Aufbaubereichs der Junioren.

Für die diesjährige Ausgabe der „Wormser Buwe“, dem offiziellen Saison-Magazin des Wormatia-Nachwuchses, haben wir ein Interview mit ihm geführt und im Heft in einer gekürzten Fassung veröffentlicht. Die ausführlichere Version des Interviews mit weiteren interessanten Informationen gibt es nun hier zum Nachlesen.


Hallo Sascha! Zunächst mal der Blick in die Vergangenheit: Was hast Du im sportlichen Bereich gemacht, bevor Du zur Wormatia kamst?

Ich habe fast mein ganzes Leben in Horchheim als Torwart Fußball gespielt. Schon zu meiner aktiven Zeit trainierte ich dort die B-Junioren und bereits im Alter von 24 Jahren die dortige A-Jugend-Verbandsligamannschaft. Bevor ich zur Wormatia kam war ich zwei Jahre am DFB-Stützpunkt in Worms tätig.


Wie kam es dann zu Deinem Engagement bei der Wormatia?

Anfang des Jahres 2016 gab es bereits Gespräche mit Andreas Hahn und Horst Schneider. Wir haben bei den Gesprächen gemerkt, dass das passt, aber ich musste sie zunächst aus zeitlichen Gründen vertrösten. Zwar hatte ich wieder Lust eine Mannschaft zu übernehmen, aber mit der Perspektive des Aufstiegs in die Landesliga wollte ich eigentlich noch ein Jahr als Spieler in Horchheim dran hängen. Nach zwei schweren Verletzungen in der Saison 2015/2016 beschloss ich aber, meine aktive Fußballkarriere zu beenden. Dadurch konnte ich mehr Zeit in meine Trainertätigkeit investieren und der Kontakt kam schnell wieder zustande. Da aber im Leistungsbereich alle Trainerpositionen besetzt waren, haben wir entschieden abzuwarten. Es hat mir schon imponiert, wie sich die Verantwortlichen bemühten und selbstverständlich ist es für mich ein Schritt nach vorne. Wir haben sehr gute infrastrukturelle Möglichkeiten und das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber den Vereinen im Umkreis. In diesem Umfeld kann ich mich selbst auch weiterentwickeln und meine Ideen besser verwirklichen.


Worin siehst Du die größten Unterschiede zwischen der Stützpunktarbeit und Deiner Tätigkeit bei der Wormatia?

Beim Stützpunkt trainiert man einmal wöchentlich mit drei Jahrgangsgruppen aus dem Bereich der D- und C-Junioren. Dort geht es um die individuelle Förderung, Techniktraining, Handlungsschnelligkeit. Taktische Dinge sind völlig außen vor. Man hat dort nur zwei Spiele gegen den Stützpunkt Göllheim und dann zwei Turniere. Das war mir auf Dauer zu wenig. Es war mal schön, mit den besten Jungs zusammen zu arbeiten, aber viele davon habe ich auch jetzt wieder in meiner Mannschaft. Und es war auch eine gute Erfahrung. Ich denke, wenn ich nicht zum Stützpunkt gekommen wäre, wäre ich auch nicht zur Wormatia gekommen. Es hat mir auch persönlich viel geholfen und wir bauen hier mit einem Individualcoach Elemente dieses Fördertrainings bei der Wormatia ein. Hier habe ich wieder meine Mannschaft, meine Jungs. Die bereite ich von Anfang an auf die Saison vor. Während der Saison dann analysiere ich die Spiele, habe jede Woche ein Spiel. Klar ist das auch zeitintensiv und das muss man wollen, aber nachdem ich es zwei, drei Jahre nicht mehr hatte, hat es mich wieder gejuckt.


Du trainierst die U15 zusammen mit Christian Götz als Co-Trainer. Kanntet Ihr Euch vorher schon?

Nein, wir kannten uns überhaupt nicht. Bereits im letzten Oktober, als ich die U17 übernahm, kam Christian dazu. Das war die Idee von Andreas Hahn und die Kombination ist wirklich sehr, sehr gut. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich sehr perfektionistisch bin und auch in mancher Hinsicht ein Dickkopf, aber Christian kennt mittlerweile meine Macken und weiß auch, dass er sich trotzdem einbringen kann. Wir agieren sehr gut als Team und es ist mir sehr wichtig, dass ich mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen kann. Als ich zur Wormatia kam, wollte ich jemanden, der die Strukturen kennt, der das Wormatia-Blut schon intus hat. Für mich war ganz vieles neu und es passieren heute noch Sachen, die für mich neu sind, aber ich bin auf einem guten Weg mich weiterhin richtig einzuleben. Es war schon wichtig, einen zu haben, der mir sagen kann, wie der Hase hier läuft.


Nach dem Aufstieg der U15 im letzten Jahr kamen viele neue Spieler. Wie zufrieden bist Du mit der Vorbereitung und dem Saisonverlauf?

Die Hinrunde war insgesamt, trotz ein paar schwächerer Spiele, top. Wir stehen vor dem letzten Hinrundenspieltag auf dem fünften Platz der Regionalliga und haben außerdem das Verbandspokalfinale erreicht. Zu Beginn der Saison haben wir gegen den LSC und Saarbrücken zwei ganz wichtige Spiele gewonnen und konnten hier sehen, dass wir in der Klasse mithalten können. Das war auch psychisch für die Jungs sehr wichtig.

Mit der Vorbereitung war ich sehr zufrieden. Die Planung für diese Saison war sehr intensiv. Ich weiß nicht, wie viele Telefonate ich führte ... Schon im April hatten wir ein Sichtungstraining mit 40 Kindern. Natürlich haben wir auch unsere eigenen Spieler intensiv gesichtet und bis zum Schluss lieber den ein oder anderen mehr dazu genommen.

Wir hatten bewusst einen großen Kader gewählt, um auch in den Sommerferien genug Spieler im Training zu haben. Dadurch hatten wir nie weniger als 18 Spieler im Training und konnten so die ganze Zeit intensiv arbeiten, was sich bezahlt machte. Und die Jungs ziehen auch gut mit. Allein den Aufwand, den sie betreiben ... Das muss man wollen und das wollen die auch! Deshalb macht es unglaublich viel Spaß, mit ihnen zusammen zu arbeiten.


Was habt Ihr für die Integration der neuen Spieler getan?

Wir waren drei Tage im Trainingslager in Saarbrücken – haben in der Jugendherberge übernachtet und in der Hermann-Neuberger-Sportschule trainiert – und hatten dort top Bedingungen. Fürs Teambuilding waren wir dort auch im Klettergarten und in diesen Tagen ist da auch etwas entstanden. Und natürlich hilft die tägliche Trainingsarbeit. Da hat man zusammen gelitten wenn es hart wurde. Viele kamen da an ihre Grenzen und es schweißt zusammen, wenn man merkt, dass es dem Kollegen genauso geht und man sich gegenseitig wieder hochzieht. Im Spaß sage ich immer: „Der Hass auf den Trainer schweißt zusammen“, aber in einer Vorbereitung kann so etwas wichtig sein. Da ist es erst einmal wichtiger, dass das Team zusammenfindet, als dass der Trainer der Beliebteste ist. Das Vertrauen in die Trainer kommt dann sowieso, wenn man merkt, dass die keinen Blödsinn erzählen ... wenn die Kondition besser wird und man besser spielt, dann folgen die Jungs dir als Trainer. Ich muss auch sagen, dass die Jungs sehr viel Vertrauen haben. Natürlich muss man dafür viel kommunizieren, gerade bei einem so großen Kader. Wenn Woche für Woche acht Spieler nicht im Kader sind, dann muss man natürlich moderieren. Selbstverständlich gibt es da Härtefälle, aber die Jungs wissen, dass es an jedem selbst liegt.


Abschließend noch mal zurück zu Dir: Was sind langfristig Deine persönlichen Ziele als Trainer?

Puh, gute Frage. Ich habe mich nun für den A-Lizenzlehrgang beworben. Dieser Schritt kam durch die Wormatia, da ich hier auch Perspektiven sehe, die unserem Verein gut tun. Aktuell fühle ich mich hier sehr wohl. Auch wenn ich erst ein gutes Jahr hier bin, bin ich in einer verantwortungsvollen Position. Da hat mir der Verein viele Vorschusslorbeeren entgegengebracht, die es nun auch zurückzuzahlen gilt.

Ich will da auch gar nicht so weit in die Zukunft denken. Aktuell könnte ich mir schwer vorstellen, in einem Nachwuchsleistungszentrum zu arbeiten, denn ich habe eine gute und sichere Arbeitsstelle und diese Sicherheiten müsste mir erst mal jemand bieten. Ich habe auch eine Familie die dabei an erster Stelle steht. Aktuell macht mir der Jugendbereich viel Spaß und ob das nun immer U15 sein muss, sei mal dahingestellt. Wichtig ist, dass die Jungs, die Leistungsklasse und das Umfeld passt. Man kann hier im Jugendbereich viel erreichen und da sind wir noch nicht am Ende unseres Weges angelangt.


Der zweite Teil des Interviews erscheint am Mittwoch. Darin berichtet Sascha Löcher über seine Tätigkeit als Sportlicher Leiter im Juniorenbereich und den Stellenwert der Wormatia-Jugendabteilung.



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