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0:3! Der Fußballgott war kein Wormser

An manchen Tagen läuft alles schief. Selten hat ein Ergebnis so wenig die Kräfteverhältnisse widergespiegelt. Aber nach frühem Platzverweis, aberkanntem Tor, verschossenem Elfmeter, Eigentor und drei Aluminium-Treffern standen die Wormaten am Ende ohne Punkte da.

Spielbericht

Andi Brehme hat einst das Bild von der „Scheiße am Fuß“ geprägt. Das 0:3 gegen Engers war ein spektakulär eindrückliches Beispiel für ein Spiel, in dem wirklich alles gegen einen läuft. Das Tor wie vernagelt, kein Glück und dann kommt auch noch Pech bei den Schiedsrichterentscheidungen dazu.

In der 9. Minute ging es los. Sören Klappert und Sandro Loechelt gingen zum Ball, Wormatias Kapitän kam zu spät und prallte mit angezogenem Bein an seinen Gegner. Weil er Klappert dabei am Schienbein traf, rechnete man höchstens mit einer Gelben Karte – und sah dann fassungslos den Roten Karton in der Hand von Schiri Niebergall. Besonders bitter: Dieser hätte genauso gut drei Sekunden vorher pfeifen können wegen Klapperts gestrecktem Bein gegen Jannik Marx.

Die Wormaten bildeten sofort einen Kreis, um sich auf die kommenden 80 Minuten in Unterzahl einzuschwören. Sie war dann auch zu keinem Zeitpunkt zu spüren, ganz im Gegenteil bestimmte der VfR das Spiel. Daniel Kasper traf erst den Pfosten (22.) und dann zum vermeintlichen 1:0. Jan Dahlke hatte aus der Drehung abgeschlossen, Torwart Djordjevic konnte den Ball nicht festhalten und Kasper stocherte den Ball ins Tor (24.). Aber wieder haderten die Wormaten mit dem Schiri, der den Treffer nicht anerkannte, weil der Torwart schon die Hand auf dem Ball gehabt habe. Eine Fehlentscheidung, wie die Videoaufnahme aus der Hintertorperspektive nahelegt.

Eine klare Sache war dann aber die nächste Szene. Maximilian Fesser drehte sich im Strafraum clever ein und Marcel Stieffenhofer brachte ihn zu Fall: Elfmeter. Weil der etatmäßige Schütze Loechelt nicht mehr dabei war, übernahm Kasper die Verantwortung – und scheiterte an Djordjevic (29.). Der Führende der Torschützenliste war der Pechvogel des Tages, denn es sollten noch weitere unglückliche Szenen dazukommen. Nicht genug Druck war hinter seinem Abschluss nach Vorlage von Fesser (35.) und beim Versuch eines Drehschusses versprang der Ball (43.).

Und der Gast aus Engers? Hatte eigentlich nur zwei Fernschüsse durch Enrico Rössler (14.) und Jonas Von Haacke (42.). Und ging dann in der Nachspielzeit plötzlich in Führung. Die Art und Weise passte zum Spiel: Bei Rösslers Hereingabe war der Ball wohl nicht mit vollem Umfang im Toraus und Jonathan Kaps verunglückter Schuss wäre nicht aufs Tor gegangen, aber Simon Ludwig lenkte ihn unglücklich doch zum 0:1 ins Netz (45.+1).

Stabil stehen und dann nach fünfzehn Minuten hinten auf Dreierkette umstellen war die Vorgabe von Peter Tretter für den zweiten Durchgang. Nach drei Minuten war das hinfällig, weil bei einem Eckball die Zuteilung nicht stimmte und Kap am langen Pfosten zum 0:2 einköpfen konnte (48.). Zwei Tore Rückstand und ein Mann weniger, trotzdem blieb der VfR die spielbestimmende Mannschaft und spielte unverdrossen weiter nach vorne.

Und Großchancen zum Anschlusstreffer waren da. Nach langem Ball vom Umut Sentürk lief Fesser seinem Gegenspieler davon, kam dann aber nicht am Torwart vorbei (63.). Nach Zuspiel des eingewechselten Younes Azahaf schloss Dahlke aus der Drehung ab, aber wieder war Djordjevic zur Stelle (73.). Spätestens als Kasper einen Azahaf-Freistoß erst an den Pfosten köpfte und dann den Nachschuss aus vier Metern an die Latte ballerte (76.) war klar, dass der VfR an diesem Tag kein Tor erzielen würde. Und passend zum Spiel sorgten die Gäste mit ihrer einzigen Torchance in der 2. Halbzeit für den Schlusspunkt – durch einen direkt verwandelten Stieffenhofer-Eckball in die kurze Ecke zum 0:3 (78.).

Der Mannschaft einen Vorwurf machen für dieses 0:3 wollten weder der Trainer noch die Fans. Zu verrückt war dieses Spiel, das auch problemlos 5:3 hätten enden können. Und zu kämpferisch die Leistung des Teams, das in Unterzahl bis zum Schluss nach vorne marschierte und nie aufgab. Aber an machen Tagen hat man halt Scheiße am Fuß.

Am Mittwoch (06.03.) um 19:30 Uhr im Nachholspitzenspiel gegen den SV Gonsenheim müssen die Wormaten nun ohne ihren Kapitän Sandro Loechelt auskommen und werden auch dann wieder alles für drei Punkte geben. Tickets für das Pokalspiel gegen Gonsenheim eine Woche später am 12.03. sind ab Dienstag in der Geschäftsstelle erhältlich.

Tore: 0:1 S. Ludwig (45.+1/Eigentor), 0:2 Kap (48.), 0:3 Stieffenhofer (78.)
Gelb: Tretter (10.), Sonn (24.), Smiljanic (84.), Fesser (90.) / Rössler (39.), Stieffenhofer (72.), Von Haacke (85.)
Rot: Loechelt (Wormatia), grobes Foulspiel (9.)
Zuschauer: 851
Schiedsrichter: Marco Niebergall (Jägersburg)

Aufstellung
Pedretti – Nicklis (67. Marquardt), S. Ludwig, Smiljanic, Sonn – Fesser, Loechelt, Marx (80. Manganiello), Sentürk (65. Azahaf) – Kasper, Dahlke (80. Jensen).

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Fotos

Vorbericht

Nach dem Auftaktsieg im Nachholspiel steht nun das erste von vier Heimspielen binnen zwei Wochen auf dem Programm. Am Samstag um 14 Uhr ist der FV Engers zu Gast.

„Das ist personell der größte Umbruch im Kader in meinen elf Jahren als Trainer beim FVE. Es fühlt sich an wie eine neue Mannschaft“, sagte Gäste-Coach Sascha Watzlawik vor der Saison. In Engers bedeutet das: Zehn Zugänge, neun Abgänge. Darunter mit Yannik Finkenbusch, Lukas Klappert, Daniel Fiege, Niklas Hermann und Christopher Freisberg gleich fünf langjährige Recken, die zusammen auf fast 1000 Spiele für den FVE kommen.

Die Neuen kamen aus der Region und überwiegend aus der Verbandsliga. Einen Stammplatz haben sich davon Innenverteidiger Yasin Yaman (20), Mittelstürmer Hasan Kesikci (21), Torwart Stefan Djordjevic (30) und mit Abstrichen Gabriel Müller (24) erkämpft, wobei der zuletzt öfter defensiv aufgebotene Müller mit sechs Treffern zweitbester Torschütze ist. Führend in der internen Rangliste: Ex-Wormate Kevin Lahn (32) mit zehn Toren.

Schnellstmöglich den Klassenerhalt sichern, dann einen einstelligen Tabellenplatz erreichen ist das Ziel. Aktuell sieht es mit Platz 9 ganz gut aus, hintenraus wird es aber eng. Der FV Engers könnte allerdings auch ein paar Plätze höher stehen, wenn er nicht mehrmals in den Schlussminuten entscheidende Gegentore gefangen hätte. So ging er in Ludwigshafen, in Pfeddersheim und zweimal gegen RW Koblenz leer aus. Gerade die Spiele gegen Koblenz waren bitter, lag man doch beide Male in Führung – beim 2:3 im Rückspiel sogar bis zur 83. Minute mit 2:0.

Aber es geht auch anders herum, wie beim 1:1 gegen Mechtersheim mit Lahns Ausgleichstreffer in der 96. Minute. Oder beim spektakulären 3:3 gegen die U21 des FCK, als man in der 89. Minute das vermeintlich entscheidende 1:3 kassierte und doch noch mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause ging. Aus der kam man wie die Wormaten eine Woche früher raus, das Nachholspiel gegen den FV Diefflen ging trotz 80% Ballbesitz und einer Halbzeit in Überzahl mit 0:2 verloren. Besonders bitter: Die bereits erwähnten Müller und Lahn verletzten sich und fallen möglicherweise bis zum Saisonende aus.

Solche Sorgen hat Wormatia-Coach Peter Tretter aktuell nicht, verzichten muss er neben Tevin Ihrig und Jean-Yves M’voto nur auf Vincent Haber. Angesichts der anstehenden englischen Wochen mit dem Nachhol-Spitzenspiel gegen Gonsenheim (06.03.), dem Spiel in Waldalgesheim (09.03.), dem Pokal-Halbfinale gegen Gonsenheim (12.03.) und dem vierten Heimspiel binnen zwei Wochen gegen RW Koblenz (16.03.) sind personelle Änderungen dennoch nicht ausgeschlossen.

Anpfiff in der EWR-Arena
Samstag, 02.03.2024, 14:00 Uhr

Die Tageskassen sind ab 12:30 Uhr geöffnet.
Tickets gibt es auch online bei Ticket Regional.

Liveticker: liveticker.wormatia.de

Livestream: www.youtube.com/WormatiaTV

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