Karl "Bubi" Blankenberger

183 Punktspiele
128 Tore

geboren am 8. Mai 1921
verstorben am 5. August 1956

"Seine Kameraden, sein Vorstand, und die ganze Wormatia-Familie nennt ihn auch 'Bubi'. Und mit Recht. Denn dieser 28-jährige Techniker ist in Spiel und Ball verliebt, wie ein Junge der erstmals einen richtigen Fußball treten darf. Er scheint im Spiel oft Zeit und Zweck des Spiels zu vergessen, aber das scheint eben nur so. Seine Eleganz im Spiel, sein großes technisches Repertoire und seine Übersicht erlauben ihm, mit Ball und Gegner zu machen, was er will. Und darauf kommt es an. Er ist der 'spiritus rector' des Wormser Angriffs und zugleich ihr Schützenkönig. Sensibel, wie gute Techniker nun einmal sind, leichtfüßig, beinahe schwebend, umspielt er, der dem Gesetz der Schwere entronnen zu sein scheint, alles, was sich ihm in den Weg stellt und mit einer einzigen Körperdrehung laufen ebensoviel Gegner ins Leere, wie Kameraden freigespielt sind. Er wäre, gäbe es heute wieder eine deutsche Nationalelf, sicher unter den Anwärtern."

So wurde Karl "Bubi" Blankenberger im Jahre 1948 beschrieben. In den Jahren 1946 bis 1954 war er das Idol der Wormser Fußballjugend. Bei Bei Blau-Weiß Worms groß geworden, war Bubi ein mit allen technischen Feinheiten ausgestatteter Spieler. Ein Ballkünstler reinsten Stils, der in seiner ganzen Spielweise und Eleganz an Fritz Walter erinnerte. Als zurückgezogener Halbstürmer, stets zwischen Abwehr und Angriff pendelnd, war er Dreh- und Angelpunkt des Wormatia-Spiels und bildete mit Helmut Müller, Fritz Hammer, Georg Bogert und Ernst Vogt einen Paradesturm.

Fester Bestandteil war Blankenberger in der Südwestauswahl, traf dort mit seinem Teamkollegen Müller, Mechnig und Vogt auf die Lautrer Weltmeister Fritz und Ottmar Walter, Werner Liebrich und Horst Eckel. Im Trikot dieser Auswahl machte Bubi eines seiner größten Spiele: Im Ludwigshafener Südweststadion wurde die Hamburg-Auswahl vor 55.000 Zuschauern (!) 5:0 demontiert, Blankenberger zauberte mit Fritz Walter sehenswerte Spielzüge auf den Rasen und krönte seine Leistung mit zwei herrlichen Kopfballtreffern. Apropos Treffer: 128 Treffer hat Blankenberger für Wormatia erzielt und steht damit in der ewigen Wormatia-(Nachkriegs)Torjägerliste auf Platz zwei.

Nach seiner Zeit bei Wormatia wurde er Spielertrainer bei Blau-Weiß Worms, wo sich am 5. August 1956 Tragisches ereignete. Am Morgen dieses Sonntags lief er noch im Freundschaftsspiel von Blau-Weiß gegen seine alten Kameraden von Wormatia auf und erzielte beim 2:1-Sieg einen Treffer. Am Nachmittag erlag Bubi Blankenberger völlig unerwartet mit 35 Jahren einem Herzinfarkt. Sein Tod war für Angehörige, Freunde, Bekannte, aber auch für ganz Fußball-Worms unfassbar. Sein Name steht auch heute noch in den Annalen der Vereinsgeschichte ganz oben, Bubi Blankenberger bleibt unvergessen.

Archivar

Christian Bub
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