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4:1 gegen den FKP: Wormatia holt den Pokal!

Zum neunten Mal stand der VfR Wormatia im Finale des Südwestpokals, zum sechsten Mal nach 1976, 1988, 1992, 2007 und 2009 holte er sich den Titel auch. Es war eine Neuauflage des Finales von 1999 in Enkenbach. Damals hatte Wormatia als Liganeuling gerade den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft, Pirmasens war mit einem Punkt Rückstand hinter dem SC Idar-Oberstein Vizemeister geworden. Damals wie gestern gewann der Favorit mit 4:1. Der verdiente Abschluss einer tollen Saison und ein schönes Geburtstagsgeschenk: Die alte Dame wird heute 104.

Ohne die verletzten bzw. angeschlagenen Chris Böcher, Lucas Oppermann und Michael Schürg, dafür mit Daniele Toch, ging es nach Idar-Oberstein. Erfreulicherweise ohne nennenswerte Verkehrsbehinderungen, sodass über 100 Autos aus dem Wormser Raum und auch die drei vollbesetzten Fanbusse ohne Zeitdruck eintrafen. Zusätzlich zu einem Platz auf der Haupttribüne und dem bereits altbekannten Gästeblock hinter dem Tor stand für die rund 800 Wormser Fans auch der begrünte Hang neben der ausgebauten Gegengerade zur Verfügung. Eine Lösung, die bei Regen und damit Rutschgefahr auf dem vollkommen ungesicherten Hang sicherlich nicht zum Tragen gekommen wäre. In diesem Falle hätten aber auch alle einen Platz im Block hinter dem Tor gefunden, wenn auch bei „suboptimalen“ Sichtverhältnissen. So bezog die Besatzung der Fanbusse und weitere Sympathisanten hinter dem Tor Stellung, das ruhigere Publikum suchte sich ein schattiges Plätzchen auf dem Hang. Und genau dort war der Jubel in der 5. Minute dann eher verhalten, unsicher richtete sich der Blick auf das Schiedsrichtergespann. Was war geschehen?

Es hatte die erste Ecke für die Wormaten gegeben. Kevin Wittke zirkelte den Ball zu Romas Dressler, der zunächst den Pfosten traf und im zweiten Versuch die Führung erzielte. Doch mit welchem Körperteil? Hüfte, Oberschenkel – oder doch dem Unterarm? Vom Hang sah es eher nach letzterem aus und einige Pirmasenser Spieler waren ebenfalls dieser Meinung, das Schiedsrichtergespann dagegen war sich sofort einig – Tor! Drei Minuten später die nächste Ecke, diesmal zur völligen Überraschung der kompletten Pirmasenser Mannschaft von Wittke flach in den Rückraum gegeben. Martin Röser nahm Maß und der Ball schlug links oben zum 2:0 im Winkel ein. Zwei Ecken, zwei Tore; eine Lehr-DVD für die Kollegen an der Säbener Straße ist gerüchteweise schon in der Post. Was der VfR im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigte, war… weniger gut. Verständlich, dass man sich zurückzog und auf Konter lauerte, doch auf dem Weg nach vorne landete der letzte Pass viel zu oft beim Gegner. Der FKP hatte mehr Ballbesitz, gewann mehr Zweikämpfe, wurde dadurch stärker und baute langsam Druck auf – ein Hauch Zweibrücken lag in der Luft. Sebastian Reinert setzte ein erstes Ausrufezeichen und ballerte aus 20 Metern an den Pfosten (29.). Nur Zentimeter fehlten, und Sebastian Schads Versuch wäre zwei Minuten später im langen Eck eingeschlagen. Kurz darauf traf auch er den Pfosten (37.). Glück, dass es mit dem 2:0 in die Kabinen ging.

Ein Pirmasenser Anschlusstor und es wäre noch einmal richtig eng geworden. Der dritte Treffer musste her! Das hatte in der Pause offenbar auch Ronny Borchers seinen Schützlingen eingetrichtert, denn die Offensivbemühungen, die im zweiten Durchgang Richtung Gästeblock führten, steigerten sich deutlich. In der Halbzeit für den angeschlagenen Martin Gollasch gekommen, war Daniele Toch für den Auftakt einer ganzen Reihe von Torchancen verantwortlich. Nicht platziert genug war sein Schuss, den Steigelmann zur Ecke lenkte (54.). Die sorgte auch gleich wieder für Gefahr und die nachfolgende köpfte Dressler eine handbreit über die Latte (56.). Latte! Mit diesem Wort im Kopf ging Dressler zwei Minuten später zu Boden und hätte sich dort am liebsten vor Scham eingegraben. Es war der gleiche Angriff wie sein zweiter Treffer gegen Freiburg, diesmal kam der scharfe Querpass vom überragenden Nico Müller, nur traf Dressler diesmal unbedrängt aus vielleicht zwei Metern statt des leeren Tores nur das Gebälk. Weiter drängten die Wormaten auf das 3:0, das einfach nicht fallen wollte. Toch versuchte nach einem Alleingang vergeblich, noch einmal auf Younes Bahssou querzulegen (69.), Bahssou selbst scheiterte eine Minute später frei vor Steigelmann. Wittke spitzelte den Ball nach Röser-Pass Steigelmann in die Arme (73.), bis Martin Röser den Bann endlich brach. Einen Pass von Wittke versenkte er links unten zum erlösenden 3:0 (83.). Dem stürmischen gemeinsamen Torjubel mit den Fans nach zu urteilen, war allen nun klar: Wormatia hat den Pokal! Daran änderte auch Sascha Conzelmanns Ehrentreffer nach Sololauf nichts (85.). Nachdem Tochs Schuss noch vor der Linie geklärt wurde (89.), tanzte dieser in der Nachspielzeit den Torwart aus und setzte mit dem 4:1 den Schlusspunkt (90.+2). Schiri Gittelmann pfiff nicht mehr an, ab jetzt war feiern angesagt.

Damit hat sich Wormatia wieder für den DFB-Pokal qualifiziert. Die 1. Hauptrunde ist für 17.-20. August angesetzt. Welcher Bundesligist Wormatias Gegner wird, entscheidet sich voraussichtlich am 23. Juni. Die Zweitligisten auf den Plätzen 14 bis 18 der abgelaufenen Saison (Erzgebirge Aue, Karlsruher SC, Alemannia Aachen, Hansa Rostock) sowie die Aufsteiger aus der Dritten Liga (SV Sandhausen, VfR Aalen, Jahn Regensburg) landen zusammen mit Wormatia im Lostopf der Amateure, sind also keine potentiellen Gegner. Geplant ist wieder ein gemeinsames Public Viewing der Auslosung, nähere Infos folgen in den nächsten Wochen.


Tore: 1:0 Dressler (5.), 2:0 Röser (8.), 3:0 Röser (83.), 3:1 Conzelmann (85.), 4:1 Toch (90.+2).
Gelb:
Baum
Zuschauer: 1.500    Schiedsrichter: Gittelmann (Gauersheim)

Wormatia Worms
Knödler – N. Müller, Rösner, Metzger, Bauer – Röser (85. Ammann), Abele (88. Stark), Wittke, Gollasch (46. Toch) – Dressler, Bahssou.

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