
1908-1922: Fußball auf dem Acker - die Aul und Schüsslers Loch
Die Wiege der Wormatia war die sogenannte „Aul“, ein Acker neben den Heyl’schen Lederwerken. Schon vor der Gründung des Vereins im Jahre 1908, kickten dort bereits die späteren Gründungsmitglieder gegen einen mühsam zusammengesparten Ball und dort trug der dann SC Wormatia getaufte Verein seine ersten Spiele aus. Im November 1909 zog Wormatia dann auf seine erste eigene Sportplatzanlage um, einem „Schüttlers Loch“ genannten Acker an der heute nicht mehr existenten Frankenthalerstraße (begann ungefähr ab Kirschgartenweg/Speyrer Schlag und kreuzte das heutige TÜV-Gelände), und zahlte hierfür eine Jahrespacht in Höhe von 450 Mark. Union und Viktoria, aus denen später Wormatias Fusionspartner VfR 08 Worms hervorging, spielten zu dieser Zeit auf dem Gelände der heutigen Jahnwiese. Nach dem ersten Weltkrieg bezogen die Wormaten wieder ihre Geburtsstätte, die Aul, die nach schwierigen Verhandlungen mit der Firma Heyl kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Es kostete viel Schweiß und Mühe, das unebene Gelände halbwegs bespielbar zu machen. Eine Arbeit, die die Spieler damals selbstverständlich persönlich erledigten, was auch für die Markierung des Spielfeldes und den Aufbau der Torstangen galt. Die Sportkleidung wurde ebenfalls selbst gekauft, was zum „abenteuerlichsten Schuhwerk, von den langen, bis ans Knie reichenden Hosen ganz zu schweigen“ führte, wie Gründungsmitglied Daniel Götz später berichtete.
1922: Umzug ans Schweißwerk
1922 erhielt Wormatia die deprimierende Mitteilung der Firma Heyl, dass die geliebte Aul geräumt werden musste und so suchte der auch finanziell gebeutelte Verein eine neue Spielstätte. Die Fusion mit dem VfR 08 Worms im Oktober 1922 löste die Probleme, denn der VfR hatte im Vorjahr seinen eigenen Sportplatz hergerichtet, auf dem ehemaligen Kiesabladeplatz am Schweißwerk, wo heute Blau-Weiß Worms sein Zuhause hat. Die Vereinsmitglieder des VfR hatten unter großen Anstrengungen die vorgefundene Kiesschicht in festen Boden umgewandelt und den (knochenharten) Platz komplett umzäunt. Umso größer war der Stolz der Rasenspieler auf ihr Werk und so war es keine Frage, dass der neue VfR Wormatia 08 hier zukünftig vor oftmals 2-3.000 Zuschauern auf Torejagd ging.

