Bis 1933 führte der Weg zur Deutschen Meisterschaft zunächst über regionale Endrunden. Dies waren Südostdeutsche (seit 1906), Nordostdeutsche (seit 1908), Westdeutsche (seit 1903), Mitteldeutsche (seit 1902), Norddeutsche (seit 1906), Brandenburgische (seit 1880) und in Wormatias Fall die Süddeutsche Meisterschaft (seit 1898).

Die jeweiligen Regionalmeister waren teilnahmeberechtigt für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Ab 1925 durften auch die Vizemeister teilnehmen, Süd und West durften sogar je eine dritte Mannschaft in die Endrunde schicken.

In den Regionen gab es eine Vielzahl höchster Spielklassen über die man sich für die Regionalmeisterschaften qualifizierte. In Wormatias Fall war dies die Bezirksliga Hessen, der man ab 1924 angehörte und in der man von 1928 bis 1931 vier Mal Meister wurde. Die Region Mitte bspw. hatte 20 bis 30 Ligen, deren Meister dann in einer Mammut-Endrunde den Mitteldeutschen Meister ausspielten. Insgesamt gab es vor 1933 in Deutschland 50 höchste Spielklassen.

Wormatia nahm von 1928 bis 1933 durchgehend an der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft teil. Leider war Wormatia dabei nicht sehr erfolgreich, erreichte 1932 und 1933 jedoch einen guten dritten Platz in ihrer Staffel.

Die Gauligen

Karrikatur von 1938

Die Machtübernahme der NSDAP 1933 führte zur umfassenden Reform des Spielbetriebs in Deutschland. Die großen traditionsreichen Regionalverbände wurden aufgelöst, was das Ende für die "Süddeutsche" und all die anderen Regionalmeisterschaften bedeutete. An ihre Stelle traten 16 Fußballgaue, in denen als höchste Spielklasse sogenannte Gauligen eingerichtet wurden. Die 16 jeweiligen Gaumeister durften dann an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen. Was Wormatia zu Zeiten der Regionalmeisterschaft nicht gelang, gelang ihr nun in der Gauliga Südwest: 1936, 1937 und 1939 wurde man Meister und durfte damit erstmals in der Vereinsgeschichte in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft einziehen.

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Christian Bub
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